Colloquia Germanica Stetinensia

Vorher: Zeszyty Naukowe Uniwersytetu Szczecińskiego. Colloquia Germanica Stetinensia

ISSN: 2450-8543    eISSN: 2353-317X    OAI    DOI: 10.18276/cgs.2025.34-12
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Liste der Ausgaben / nr 34
Epochenübergreifende Verständigung. In Memoriam Peter Rusterholz (1934–2025)

Autoren: Daniel Rothenbühler
Hochschule der Künste Bern
Schlüsselbegriffe: Hermeneutik Emil Staigers textimmanente Interpretation Poststrukturalismus Dekonstruktivismus Semiotik Andreas Gryphius Jeremias Gotthelf Friedrich Dürrenmatt
Veröffentlichungsdatum der gesamten Ausgabe:2025-10-24
Seitenanzahl:15 (215-229)
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Abstract

Der im Januar dieses Jahres verstorbene Peter Rusterholz hat die Germanistik der letzten sechzig Jahre wesentlich mitgeprägt und sich als Mensch des Dialogs über Methoden- und Fachgrenzen hinweg sowohl an der Gesamthochschule Kassel (1973–1980) wie an der Universität Bern (1980–2000) für die Verständigung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Forschung und Lehre, Wissenschaft und Literatur eingesetzt. Voll vertraut mit der deutschsprachigen Literatur vom Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart, hat er eine Vielzahl von kleineren und größeren Studien veröffentlicht. Er promovierte sich in älterer Germanistik bei Max Wehrli über die Schauspielmetapher im Drama des 17. Jahrhunderts und setzte sich auch mit Emil Staiger intensiv auseinander, der anderen Fachgröße an der Universität Zürich der 1950er/60er-Jahre. In der Nachfolge beider hat er sich die theoretische Reflexion über die Entwicklung der historischen Hermeneutik zur Lebensaufgabe gemacht und in mehreren Standarttexten dargelegt. Wichtig war ihm ab Mitte der 1970er-Jahre die Verbindung der Hermeneutik mit der Semiotik, und auf dieser Grundlage verfolgte er ab Mitte der 1980er-Jahre mit kritischer Aufmerksamkeit auch die Beiträge des Poststrukturalismus und Dekonstruktivismus zum Streit der Interpretationen. Als Präsident der „Collegium generale“ der Universität Bern bahnte er von 1989 bis 2009 dem wissenschaftlichen Dialog zwischen den verschiedenen Disziplinen den Weg und förderte von 1981 bis 2011 jenen der Universität mit der Literatur, indem er Lesungen von Autor:innen aus dem ganzen deutschen Sprachraum durchführte. Als Emeritus arbeitete er neben diesen Tätigkeiten und einer Vielzahl von Publikationen an zwei Großprojekten weiter: mit Andreas Solbach an der Herausgabe der ersten „Schweizer Literaturgeschichte“ (2007), die die Entwicklung aller vier Literaturen der Schweizer vom Mittelalter bis 2000 verfolgt, und als Leiter der „Forschungsgruppe Dürrenmatt“ an der Aufarbeitung des riesigen Dürrenmatt-Nachlasses, der Neuedition des Gesamtwerks und der Edition der „Stoffe“, und damit an einer Erneuerung des methodischen Zugangs zu diesem Werk, die es erlaubt, mit dem wissenschaftlichen auch das literaturkritische Verständnis des Schaffens dieses weltweit bedeutenden Schriftstellers zu aktualisieren. Der Beitrag informiert über die verschiedenen Leistungen von Peter Rusterholz und bietet eine Liste seiner wichtigsten Publikationen.
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Bibliographie

1.Rusterholz, Peter. (1969). Herbert Marcuses Begriff ‚Repressive Toleranz‘. Ein Beitrag zum Verständnis des gesellschaftskritischen Vokabulars revolutionärer Studenten. Schweizer Rundschau. Monatsschrift für Geistesleben und Kultur 68, 130–136.
2.Rusterholz, Peter. (1970). Theatrum vitae humanae. Funktion und Bedeutungswandel eines poetischen Bildes. Studien zu den Dichtungen von Andreas Gryphius, Christian Hofmann von Hofmannswaldau und Daniel Casper von Lohenstein. Erich Schmidt Verlag.
3.Rusterholz, Peter. (1971). Nachwort. In Peter Rusterholz (Hrsg.), Andreas Gryphius. Trauerspiel (127–146). Philipp Reclam jun.
4.Rusterholz, Peter. (1973a). Hermeneutik. In Heinz Ludwig Arnold, Volker Sinemus (Hrsg.), Grundzüge der Literatur- und Sprachwissenschaft. Bd. 1: Literaturwissenschaft (89–105). Deutscher Taschenbuchverlag.
5.Rusterholz, Peter. (1973b). Verfahrensweisen der Werkinterpretation. In Heinz Ludwig Arnold, Volker Sinemus (Hrsg.), Grundzüge der Literatur- und Sprachwissenschaft. Bd. 1: Literaturwissenschaft (341–357). Deutscher Taschenbuchverlag.
6.Rusterholz, Peter. (1977). Faktoren der Sinnkonstitution literarischer Texte in semiotischer Sicht. Am Beispiel von Hebels Kalendergeschichte Die leichteste Todesstrafe. In Kaspar H. Spinner (Hrsg), Zeichen, Text, Sinn. Zur Semiotik des literarischen Verstehens. Mit Beiträgen von Wilhelm Köller, Peter Rusterholz, Kaspar H. Spinner (78–124). Vandenhoeck & Ruprecht.
7.Rusterholz, Peter. (1987). Aktualität und Geschichtlichkeit des Phantastischen – Am Beispiel von Friedrich Dürrenmatts Novelle Der Auftrag. In Wolfram Buddecke, Jörg Hienger (Hrsg.), Phantastik in Literatur und Film. Ein internationales Symposium des Fachbereichs Germanistik der Gesamthochschule-Universität Kassel (163–186). Peter Lang Verlag.
8.Rusterholz, Peter. (1994). Tohuwabohu oder paradoxes ‚Sinnenbild‘. Friedrich Dürrenmatts Durcheinandertal. Schweizerisches Literaturarchiv, Kunsthaus Zürich (Hrsg.), Friedrich Dürrenmatt – Schriftsteller und Maler (238–241). In Peter Rusterholz. (2017). Chaos und Renaissance im Durcheinandertal Dürrenmatts (Henriette Herwig, Robin-M. Aust, Hrsg., 131–135). Ergon.
9.Rusterholz, Peter. (1996a). Hermeneutische Modelle. In Heinz Ludwig Arnold, Heinrich Detering (Hrsg.), Grundzüge der Literaturwissenschaft (101–136). Deutscher Taschenbuchverlag.
10.Rusterholz, Peter. (1996b). Verhältnis von Hermeneutik und neueren antihermeneutischen Strömungen. In Heinz Ludwig Arnold, Heinrich Detering (Hrsg.), Grundzüge der Literaturwissenschaft (157–177). Deutscher Taschenbuchverlag.
11.Rusterholz, Peter. (1996c). Formen ‚textimmanenter Analyse‘. In Heinz Ludwig Arnold, Heinrich Detering (Hrsg.), Grundzüge der Literaturwissenschaft (365–385). Deutscher Taschenbuchverlag.
12.Rusterholz, Peter. (1998). Poststrukturalistische Semiotik. In Roland Posner, Klaus Robering, Thomas A. Sebeok (Hrsg.), Semiotik: Ein Handbuch zu den zeichentheoretischen Grundlagen von Natur und Kultur / Semiotics: A Handbook on the Sign-Theoretic Foundations of Nature and Culture (2. Teilband, Volume 2, 2329–2339). Walter de Gruyter.
13.Rusterholz, Peter. (1999). Gotthelfs Wie Anne Bäbi Jowäger haushaltet und wie es ihm mit dem Doktern geht: Historischer Anlass und aktuelle Bedeutung. In Walter Pape, Hellmut Thomke, Silvia Serena Tschopp (Hrsg.), Erzählkunst und Volkserziehung. Das literarische Werk des Jeremias Gotthelf. Mit einer Gotthelf-Bibliographie (43–54). Niemeyer.
14.Rusterholz, Peter. (2000). Werkgenese – Auflösung oder Illumination der Texte? In: Peter Rusterholz, Irmgard Wirtz, Die Verwandlung der „Stoffe“ als Stoff der Verwandlung. Friedrich Dürrenmatts Spätwerk (13–22). Erich Schmidt Verlag.
15.Rusterholz, Peter. (2001/2017). Darstellung der Krise – Krise der Darstellung. Friedrich Dürrenmatts Darstellung der Maschinenwelt in seiner Novelle Der Auftrag. In Peter Rusterholz, Chaos und Renaissance im Durcheinandertal Dürrenmatts (Henriette Herwig, Robin-M. Aust. Hrsg., 177–187). Ergon.
16.Rusterholz, Peter. (2002). Literatur als Seismogramm der Veränderungen von Wirklichkeiten. In Peter Rusterholz, Rupert Moser (Hrsg.), Die Zukunft der Natur- und Kulturwissenschaften. Referate einer Vorlesungsreihe im Collegium generale der Universität Bern im Sommersemester 1999 (49–67). Verlag Paul Haupt.
17.Rusterholz, Peter. (2004/2017a). Die Krise der Darstellung als Darstellung der Krise: Midas – Der Film zum Lesen. In Peter Rusterholz, Chaos und Renaissance im Durcheinandertal Dürrenmatts (Henriette Herwig, Robin-M. Aust, Hrsg., 115–129). Ergon.
18.Rusterholz, Peter. (2004/2017b). Paradox und Karikatur als Grundformen der Darstellung des Dichter-Malers Dürrenmatt. In: Peter Rusterholz. Chaos und Renaissance im Durcheinandertal Dürrenmatts (Henriette Herwig, Robin-M. Aust, Hrsg. 137–163). Ergon.
19.Rusterholz, Peter. (2007). Die Kunst der Interpretation und die Künste der Dekonstruktion. In Joachim Rickes, Volker Ladenthin, Michael Baum (Hrsg.), 1955–2005: Emil Staiger und „Die Kunst der Interpretation“ heute (155–171). Peter Lang Verlag.
20.Rusterholz, Peter. (2014/2017). Dürrenmatts Bild Die Katastrophe. Ein Modellfall seiner dramaturgischen Erfindung. In Peter Rusterholz, Chaos und Renaissance im Durcheinandertal Dürrenmatts (Henriette Herwig, Robin-M. Aust, Hrsg., 209–226). Ergon.
21.Rusterholz, Peter. (2017). Chaos und Renaissance im Durcheinandertal Dürrenmatts (Henriette Herwig, Robin-M. Aust, Hrsg). Ergon.
22.Rusterholz, Peter; Wirtz, Irmgard. (2000). Die Verwandlung der „Stoffe“ als Stoff der Verwandlung. Friedrich Dürrenmatts Spätwerk. Erich Schmidt Verlag.
23.Rusterholz, Peter; Solbach, Andreas (Hrsg.). (2007). Schweizer Literaturgeschichte. J.B. Metzler.
24.Herwig, Henriette; Wirtz, Irmgard; Würffel, Stefan Bodo (Hrsg.). (1999). Lese-Zeichen. Semiotik und Hermeneutik in Raum und Zeit. Festschrift für Peter Rusterholz zum 65. Geburtstag. A. Francke Verlag.
25.Reich-Ranicki, Marcel. (1989, 10. November). Tohuwabohu. Dürrenmatts Durcheinandertal. Die Zeit Nr. 46, 26.
26.Rusterholz, Sybille. (1974). Rostra, Sarg und Predigtstuhl. Studien zu Form und Funktion der Totenrede bei Andreas Gryphius. Bouvier.
27.Schweizerischer Nationalfonds. Datenportal. (o. D.). Peter Rusterholz. Disziplinen und Schlagwörter aus den Projekten. https://data.snf.ch/grants/person/46159.
28.Weber, Ulrich. (1996). „Ob man sich selbst ein Stoff zu werden vermag?“ Kierkegaard und die Entwicklung des subjektiven Schreibens im Mitmacher-Komplex. Quarto. Zeitschrift des Schweizerischen Literaturarchivs 7, 65–79.
29.Wehrli, Max. (1971). „Die Suche nach dem Gral“, Rektoratsrede. In Jahresbericht 1970/71 (3–14). Art. Institut Orell Füssli AG.