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Colloquia Germanica Stetinensia

Colloquia Germanica Stetinensia

Wcześniej: Zeszyty Naukowe Uniwersytetu Szczecińskiego. Colloquia Germanica Stetinensia

nr 28
Statystyki OpenAlex

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Cytowania w poszczególnych latach
RokPublikacjeCytowania
20172021
2018134
20191616
20202226
20211227
20221021
20231822
2024108
2025124
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Sich-Erinnern als (Über-)Leben oder Wie sich Biografien in Literatur verwandelten. Zu den ‚Initiationsromanen‘ von Armin Müller, Günter Grass und Wieland Förster

DOI: 10.18276/cgs.2019.28-06
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Abstrakt

Armin Müllers „Der Puppenkönig und ich“ (1986), Günter Grass’ „Beim Häuten der Zwiebel“ (2006) und Wieland Försters „Tamaschito“ (2017) sind mehr als nur Initiationsgeschichten – oder sollte man einschränkenderweise eher von autobiografischen Aufzeichnungen sprechen? Es sind Abrechnungen mit einer inhumanen Vergangenheit, sie atmen das Credo der Bilanz, einer Rechenschaftslegung, einer harten Selbstbefragung. Erst mit diesen – teils authentischen, teils fiktiven – Bekenntnisbüchern haben die Autoren ein sie quälendes Kapitel ihrer Lebensgeschichte, das zugleich ein unbewältigtes Kapitel der Geschichte der Deutschen ist, niedergeschrieben und sich von einem ihr Leben belastenden Alpdruck befreit. Der Beitrag analysiert diese drei Werke und charakterisiert ihre jugendlichen Protagonisten. In welcher Beziehung steht der Autor zu seinem 16- bzw. 17jährigen Alter Ego in dem jeweiligen Werk? Es wird herausgearbeitet, wie Müller sein Thema – den Verlust der Heimat – mit seines Protagonisten schmerzvoller Verabschiedung der Vergangenheit und dessen zunehmendem Begreifen von realer geschichtlicher Gegenwart verbindet. Für Grass ist dagegen zu konstatieren, dass der geheime Motor für sein Schreiben wohl immer die subjektiv empfundene Schuld – seine einstige Verstricktheit im Nationalsozialismus – gewesen war. Schließlich wird Wieland Försters „Roman einer Gefangenschaft“ als ein an Intensität kaum zu überbietendes Geschehens- und Reflexionskontinuum beschrieben: Das Unmenschliche als Einseitigkeit, als ungeheuerliche Konzentration auf eine Sache, auf einen Gedanken, auf einen Sinn – irgendwie zu überleben.
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Bibliografia (21)
  1. Arnold, Hans. Von der Arbeit an der Erinnerung. Zu Günter Grass’ „Beim Häuten der Zwiebel“. Lübeck: Günter Grass-Haus, 2007.
  2. Förster, Wieland. Tamaschito. Roman einer Gefangenschaft. Dresden: Sandstein Verlag, 2017.
  3. Egyptien, Jürgen (Hg.). Erinnerung in Text und Bild. Zur Darstellbarkeit von Krieg und Holocaust im literarischen und filmischen Schaffen in Deutschland und Polen. Berlin: Akademie-Verlag, 2012.
  4. Grass, Günter. Beim Häuten der Zwiebel. Mit 11 Rötelvignetten. 1. Aufl. Göttingen: Steidl Verlag, 2006.
  5. Grass, Günter, Heinrich Detering. In letzter Zeit. Ein Gespräch im Herbst. 1. Aufl. Göttingen: Steidl-Verlag, 2017.
  6. Gugisch, Peter. „Des Menschen Elend. In seinem Roman Tamaschito verarbeitet Wieland Förster seine Haft in einem sowjetischen Speziallager“. Neues Deutschland, 11.11.2017.
  7. Hammer, Klaus. „Ein Kunstwerk auf dem Prüfstand. Wieland Försters ‚Große Neeberger Figur‘ – ein Hauptwerk der figürlichen Bildhauerei nach 1945“. Literaturkritik. Marburg, Februar-Ausgabe 2015.
  8. Hammer, Klaus. „Gespräch mit Armin Müller“. Sinn und Form. 37 (1985) 7: 347–359.
  9. Hammer, Klaus. „Zwischen Himmelsstiege und Guckei. Gespräch mit Armin Müller über seinen Roman Der Puppenkönig und ich“. Sonntag, Berlin 1986.
  10. Hammer, Klaus. „Der Kriegs- und Vertreibungsroman im deutsch-polnischen Dialog“. Zbliżenia Polska Niemcy / Annäherungen Polen Deutschland 37 (2004) 1: 76–81.
  11. Hammer, Klaus. „Die Zwiebel ‚Erinnerung‘. Günter Grass’ Autobiografie ‚Beim Häuten der Zwiebel‘“. Die Berliner Literaturkritik, 25.10.2006.
  12. Hammer, Klaus. „Von den Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit. Zu Günter Grass’ jüngstem Bekenntnisbuch Beim Häuten der Zwiebel“. Zbliżenia Polska Niemcy / Annäherungen Polen – Deutschland 44 (2006) 3: 65–69.
  13. Hammer, Klaus. „Zeugnis für den Menschen ablegen. Zu Wieland Försters Initiationsroman Tamaschito“. Literaturkritik. Rezensionsforum. Marburg, September-Ausgabe 2018.
  14. Kaufmann, Ulrich. „Jammer im Herzen“ (Zu Wieland Försters Tamaschito)“. Das Blättchen, Berlin 20 (2017), 25.09.2017.
  15. Köbel, Martin (Hg.). Ein Buch, ein Bekenntnis. Die Debatte um Günter Grass’ „Beim Häuten der Zwiebel“. Göttingen: Steidl, 2007.
  16. Liskowacki, Artur Daniel. Sonate für S. Roman. Übers. v. Joanna Manc. 1. Aufl. München: Knaus, 2003.
  17. Müller, Armin. Der Puppenkönig und ich. Roman. 1. Aufl. Rudolstadt: Greifenverlag, 1986. (Neuauflage: Würzburg: Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, 1997).
  18. Orłowski, Hubert. „Der Topos der ‚verlorenen Heimat‘.“ In: Deutsche und Polen. 100 Schlüsselbegriffe, hrsg. v. Ewa Kobylinska, Andreas Lawaty, Rüdiger Stephan, 187–194. München: Piper, 1992.
  19. Orłowski, Hubert. „Tabuisierte Bereiche im deutsch-polnischen Gedächtnisraum. Zur literarischen Aufarbeitung von Flucht, Zwangsaussiedlung und Vertreibung in der deutschen und polnischen Deprivationsliteratur nach 1945“. In: Elke Mehnert (Hg.). Landschaften der Erinnerung. Flucht und Vertreibung aus deutscher, polnischer und tschechischer Sicht, 82–112. Frankfurt a. M.: Lang, 2001.
  20. Sośnicka, Dorota. „Artur Daniel Liskowackis Roman Eine kleine – eine unmögliche Sonate“. In: Bernd Neumann, Dietmar Albrecht, Andrzej Talarczyk (Hg.), Literatur Grenzen Erinnerungsräume. Erkundungen des deutsch-polnisch-baltischen Ostseeraums als einer Literaturlandschaft, 149–160. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2004.
  21. Wisniewski, Roswitha. „Tapetenwechsel in der Literaturbetrachtung – Die Vertreibungsliteratur wird nicht mehr ausgegrenzt“. Kulturpolitische Korrespondenz, Bonn, 20.10.2002: 21–23.